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Leitsätze der Strukturpolitik

Das Ziel gewerkschaftlicher Strukturpolitik ist eindeutig der Erhalt und das Schaffen von Arbeitsplätzen. Sie bewegt sich im Spannungsfeld zwischen gewerkschaftlichen Forderungen auf der einen Seite und den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auf der anderen Seite. Das ist ein dynamischer Prozess. Dynamik bedeutet für uns auch, die Lebensumstände chancengerecht zu gestalten, dass Männer und Frauen gleiche Möglichkeiten der Teilnahme am Berufsleben besitzen.

Dynamische Prozesse bedürfen nicht nur technischer und wirtschaftlicher sondern auch sozialer Innovation. Durch intelligent gestaltete Arbeitszeitmodelle werden moderne Produktionsverfahren und Arbeitsabläufe erst möglich, können Arbeitsplätze erhalten und geschaffen werden. Unsere Betriebsräte spielen in dieser Frage eine hervorragende strukturpolitische Rolle.

Innovation muss gezielt für mehr Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie für bessere Produkte und verbesserte Produktionsprozesse genutzt werden. Es muss ein tragender Konsens zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern bestehen. Zur Lösung der Interessenskonflikte müssen die Gewerkschaften und die Arbeitgeberverbände gleichermaßen beitragen.

Aus sozialpolitischen Gründen sowie zum Erhalt der Kaufkraft muss bei niedergehenden Branchen der Erhalt der Arbeitsplätze gestreckt werden. Bestehende Betriebe müssen innovativ arbeiten und in sich selbst den Strukturwandel vollziehen. Dazu benötigen sie qualifizierte Fachkräfte. Deshalb muss das System der Aus-, Fort- und Weiterbilgung dem technologischen und wirtschaftlichen Wandel unter Berücksichtigung der Qualifikationsvoraussetzungen und Lebenslagen der Beschäftigten angepasst sein.

Trotz aller Strukturpolitik wird es auch in Zukunft Betriebe geben, die in Schwierigkeiten geraten und Arbeitnehmer geben, die entlassen werden. Hierzu wurde das das Kompetenznetzwerk Unternehmens- und Beschäftigungssicherung Hellweg-Hochsauerland gegründet. In der Region Südöstliches Westfalen übernimmt die Transfer- und Qualifizierungsgesellschaft Sauerland e.V. diese Aufgabe.

Die Stärke der heimischen Wirtschaft ist abhängig von einem funktionierenden Zuliefer- und Partnernetzwerk. Im Südöstlichen Westfalen liegen industrielle Produktion, Wirtschaft und Natur in enger Nachbarschaft. Aus diesem Grunde ist es unerlässlich, die unterschiedlichen Interessen durch tragfähige Konsense und Vereinbarungen in Einklang zu bringen.

Der letzte Satz in unseren "Leitlinien" lautet deshalb: "Durch eine engagierte Kulturpolitik wird nicht nur der Standort Südöstliches Westfalen Interessanter, sie ermöglicht auch die Identifikation mit der Region."

Heinz Rittermeier, DGB-Regionsvorsitzender - Auszüge seines Vortrags im Rahmen einer Veranstaltung vom 28. Januar 2005